Mittwoch, 5. November 2008
Tag 1
Wie man ein Zimmermädchen dazu bringt, zu kündigen.

Tag 1 – Anreise
Sagt direkt bei eurer Ankunft, dass ihr das Zimmermädchen kennen lernen wollt. Wenn sie vor euch steht, vergewissert euch, dass sie zu der Sorte gehört, die bei der Arbeit singt. Sagt ihr, dass ihr euch freut zu wissen, wer für die nächsten zwei Wochen für euch verantwortlich ist.
Sie ahnt nichts gutes. Lächelt aber freundlich.

Untersucht den Flur zu eurem Zimmer nach einem guten Versteck, von dem aus ihr das Zimmermädchen die nächsten Tage aus, wenn nötig beobachten könnt. Für Fortgeschrittene und Technikfans empfehle ich eine Überwachungskamera.

Geht einkaufen.
Ihr braucht: Ein Stück Seife, Waldmeistersirup, sehr reifes Obst (am besten Bananen und Pfirsiche), einen Ladyshave mit „aloe-melon-fresh-active“-Streifen (oder etwas ähnliches), eine Schokolade die schön krümelt, Löffelbiskuits oder Butterkekse, Bonbons (seeehr viele Bonbons), ein möglichst winziges Satin-Negligé, ein paar Zeitungen

Wenn ihr wiederkommt, habt ihr folgendes zu tun:

1. Klaut den Müllbeutel aus dem Mülleimer (denn: Müllbeutel kann man gar nicht genug haben!)
2. Klaut das Klopapier
Für Fortgeschrittene: Klaut die angefangene Rolle! Das Zimmermädchen muss am nächsten Tag nämlich nicht nur eine neue Rolle mitbringen, sie muss auch die Ersatzrolle (die ihr inzwischen angefangen habt) in die Halterung einspannen.
3. Wenn ihr abends die Zähne putzt, tut das unter der Dusche (ich wusste es auch nicht, aber es ist DER Trend! 50% unserer Gäste putzen ihre Zähne unter der Dusche!). Spritzt dabei möglichst viel Zahnpasta auf die Duschtüren, damit sie über Nacht gut antrocknen kann.
4. Am nächsten Morgen: Den Badezimmerspiegel beim Zähne putzen (nein, diesmal nicht unter der Dusche) gut vollspritzen. Wenn dabei die Fliesen rundherum etwas abbekommen: Freut euch!
5. Zerwühlt eure Betten, am besten zieht ihr die Laken mit Absicht noch ein bisschen unter der Matratze hervor. Das macht nicht nur euch Spaß ;-)

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