Mittwoch, 5. November 2008
Tag 6
Tag 6 – Der Schreck

Geht in euer Zimmer und legt euch ins Bett.

Sie kommt. Sie pfeift. Sie sieht eure Tür und seufzt. Sie öffnet die Tür.
Jetzt ist euer großer Auftritt. Schreit und zieht die Bettdecke über euch.
Sie erschrickt und beginnt völlig verdattert Entschuldigungen zu stammeln. Vorsichtig versucht sie rückwärts aus dem Zimmer zu gehen.
Tut so, als ob ihr euch beruhigt und überzeugt sie davon, dass sie kurz vor der Tür zu warten hat, damit ihr euch anziehen könnt und sie dann das Zimmer machen kann. Schreckhaft wie sie ist, müsst ihr nur ein bisschen nachdrücklich sein, damit sie nicht in der zwischenzeit ein anderes Zimmer putzt. Falls sie es doch tut, Pech gehabt!, dann müsst ihr eben warten, bis sie zurückkommt.
Nach ein paar Minuten öffnet ihr die Tür und sagt ihr, dass sie reinkommen kann.
Sie kommt rein und erwartet, dass ihr geht.
Ihr bleibt!!! Und seht ihr bei der Arbeit zu!!!
Sie merkt, dass ihr im Zimmer bleiben werdet. Sie flucht innerlich und beginnt euch zu hassen. Mit einem bösen Blick in eure Richtung beginnt sie sich an die Arbeit zu machen. Sie zieht die Betten ab und wieder auf, kämpft mit eurem Negligé und beginnt dann sich mit mächtigem Getöse im Bad zu schaffen zu machen.
Wenn sie mit anklagendem Blick und den nassen Handtüchern aus dem Bad kommt, versucht fragend und unschuldig auszusehen.
Sie sieht euren Blick und kurzzeitig flackert ein Bild von fliegenden nassen Handtüchern vor ihrem inneren Auge auf, die in eure Richtung fliegen...
Sie kommt mit dem Ökoklopapier und verschwindet wieder im Bad. Nachdem sie euch in Gedanken alles mögliche angetan hat, ist sie mit dem Bad fertig und freut sich auf das nächste unkomplizierte Zimmer.
Ihr hört sie aus dem Bad kommen und wisst: Sie freut sich zu früh!! Ihr dreht euch zu ihr um und sagt, so ganz nebenbei: Was für eine schöne Aussicht man hier doch hat.
Sie schaut zum Fenster und sieht die verschmierten Scheiben. Sie überkommt eine große Resignation frei nach dem Motto: zu früh gefreut, dieses Zimmer wird mein Untergang...
Sie geht raus und kommt mit ihren Fensterputzsachen zurück.
Ihr schaut ihr zu und wisst, die Runde habt ihr gewonnen.
Sie geht und hat nicht mehr die Kraft die Tür lautstark zuzuziehen. Im Nachbarzimmer hört ihr sie kräftig durchatmen. Ihr wisst dass sie den Kopf schüttelt. Zu pfeifen fängt sie erst drei Zimmer weiter wieder an.


Immer noch im Zimmer – Eure Aufgaben:

1. Klaut den Müllbeutel
2. Klaut das Klopapier
3. Putzt eure Zähne unter der Dusche
4. Saut den Spiegel ein
5. Zerwühlt die Betten
6. Tragt nachts das Satinnegligé.
7. Stopft Bananenschalen, Zigarettenasche, und eine Zeitung in den Papierkorb.
8. Legt die Seife in Wasser
9. Verschmutzt Toilette und/oder Betten
10. wascht ein paar Socken und lasst sie in den Handtüchern trocknen
11. Betatscht die Fensterscheiben.
12. Nein, einmal reicht 
13. Habt Sex unter der Dusche. Für Alleinreisende: Rüttelt an den Armaturen und spritzt mit Wasser. Der Effekt ist zwar nicht der gleiche, aber auch ganz passabel. Ihr kennt den Effekt nicht? Okay, hier ein Tipp: Zimmermädchen haben nicht umsonst ein Schraubenziehersortiment, das sie täglich! mit sich herumschleppen, um wackelige Armaturen wieder festzuschrauben. Außerdem sorgt nichts für eine so konsequente und weitreichende Wasserverteilung an die unmöglichsten Stellen und Winkel (einschließlich Decke), wie Sex unter der Dusche.
14. Esst entsetzlich viele Bonbons. Oder tut zumindest so und verstreut die Bonbonpapiere überall im Zimmer. Bevorzugt dabei Stellen, die nicht gut zugänglich sind und den Eingangsbereich, so dass sie auch gleich sieht womit sie es zu tun hat. Sie muss nämlich nicht nur die Papiere einsammeln, nein sie muss morgen auch staubsaugen!!! Ihr seid nämlich schon eine Woche da. Und das bedeutet erstens: Sie braucht für euer Zimmer morgen sowieso länger als sonst und zweitens: Übersieht sie zu viele Papiere wird ihr kleiner Staubsauger (die Dinger sind immer klein, weil man sie lange&weit schleppen muss) verstopfen.

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